Ausstellung “Black Comics” beleuchtet Schwarze Figuren in Comics

Ausstellung Das Comic der Moderne hat seine Wurzeln im 19. Jahrhundert, wenn auch die eigentliche Art dieser Kunst sogar schon bis in die Antike zurückreicht. Entsprechend haben Comics auch schon immer einen Zeitgeist abgebildet, dessen Ideen und gedanklichen Strömungen. Das lässt sich auch hinsichtlich kolonialer Herrschaftsideen und rassistischer Vorurteile beobachten. Wie das genau aussehen kann, zeigt jetzt die Ausstellung „Black Comics – Vom Kolonialismus zum Black Panther“ im schauraum: comic + cartoon in Dortmund. Noch bis zum 15. April 2025 kann die Ausstellung besucht werden, der Eintritt ist frei. Die von Dr. Alexander Braun kuratierte Ausstellung gibt einen Überblick über die Comicgeschichte der letzten einhundert Jahre und wie darin Schwarze Menschen dargestellt werden. Nach den sehr negativen Anfängen hat sich vor allem in den sechziger Jahren einiges getan. Alles Wissenswerte zu der Ausstellung gibt es in diesem Artikel zu erfahren.

Negative Anfänge mit rassistischen Tönen

Comicstrips der modernen Art kamen schon im 18. Jahrhundert vor und wurden im 19. Jahrhundert immer populärer. Viele Zeitungen hatten solche kurzen Strips, die meistens humoristisch aufgebaut waren. Erst in den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts gab es dann regelmäßig Veröffentlichungen, bei denen ganze Comichefte entstanden. Als ein wichtiger Vorreiter gelten die „Tim und Struppi“-Comics, die von Georges Prosper Remi gezeichnet wurden, der allerdings hauptsächlich als Hergé bekannt wurde. Doch schon damit begannen auch rassistische Stereotype Einzug in die Geschichte zu erhalten. „Tim im Kongo“ zeigt 1930, wie Tim gemeinsam mit einem Missionar der katholischen Kirche die Menschen in Afrika belehren will.

Solche Geschichten zeigen deutlich, wie sehr kolonialistisches Gedankengut damals verbreitet war, was sich auch längere Zeit nicht ändern sollte. In den fünfziger Jahren wurde dieser Rassismus immer lautstärker angeklagt, was sich in den sechziger und siebziger Jahren in vielen Änderungen niederschlug, was die Kultur und Schwarze Figuren anbelangt. In der Welt der Comics zogen immer mehr Schwarze Superhelden auf, die im Zuge der Bürgerrechtsbewegung ihren Kampf gegen Schurken und Gefahren dieser Welt aufnehmen konnten. Die Ausstellung beleuchtet genau diese Entwicklung und wie sie bis heute angehalten hat.

Schwarze Figuren in der heutigen Comicwelt

Schwarze Comic HeldenHeute ist es nicht allzu schwer, Schwarze Superhelden zu benennen, wenn es auch in der Breite deutlich an Namen abnimmt. Dennoch gibt es viele Figuren, die aus Comics stammen und heute den Weg in Filme und Serien finden.

Luke Cage und Blade sind da zu nennen, aber auch Falcon und Black Panther, die auch ihre Auftritte in Filmen wie „Avengers: Endgame“ haben. Die Vielfalt an Schwarzen Helden und interessanten Figuren ist heute groß, dennoch ist der Blick zurück in die Vergangenheit interessant, da Einblicke in einen Zeitgeist gewährt werden, der transparent verstanden werden muss.

Fazit zur Black Comics Ausstellung

Fazit zu Black Comics AusstellungDer Umgang mit der eigenen Geschichte ist wichtig, um zu verstehen, warum die Welt so ist, wie sie ist und um daraus aktiv Handlungen für eine bessere Zukunft ableiten zu können. Es spielt keine Rolle, aus welchen Medien man entsprechende Impulse erhalten kann, denn letztendlich sind alle Medien auch immer Kinder ihrer Zeit. Das gilt auch für Comics, die so beliebt wie nie zuvor sind und längst in der Adaption den Weg auf die große Leinwand gefunden haben. Rückblickend sind Comics, wie die Ausstellung „Black Comics“ in Dortmund zeigt, ein Spiegelbild des gesellschaftlichen Umgangs mit Rassismus, Schwarzen Menschen und der eigenen Geschichte. Daher ist die Ausstellung nicht nur für Comicfans interessant.